Unter Gleichgesinnten
Shownotes
Zwei Welten, eine Identität: Warum wir kinky Schutzräume brauchen
In der heutigen Episode geht es um das Gefühl, zwei Leben in unterschiedlichen Blasen zu führen – und darum, warum das verdammt befreiend sein kann. Ich werfe einen Blick auf meinen eigenen Freundeskreis, der sich in „Normalos“ und „Kinkster“ teilt. Dabei wird schnell klar: Auf BDSM-Partys geht es oft zahmer zu als auf so manchem Familien-Grillabend mit Onkel Uwe. Und trotzdem macht die kinky Community einen entscheidenden Unterschied.
Ich spreche in dieser Folge darüber:
Die Freiheit des „Kanns“: Warum es so gut tut, einen essenziellen Teil seiner Persönlichkeit nicht mehr ausblenden oder wegerklären zu müssen.
Über die gesellschaftliche Fallhöhe bei "Outings".
Und: Warum die Szene zwar nicht immun gegen die Macken der Allgemeingesellschaft ist, aber durch ein verdammt starkes Fundament aus Kommunikation, Konsens und Respekt geschützt werden muss.
Eine Folge über Sichtbarkeit, Akzeptanz und das unbezahlbare Gefühl, unter Gleichgesinnten endlich ganz man selbst zu sein.
Transkript anzeigen
00:00:02: Ich habe inzwischen einen ziemlich stabilen Kinkifreundeskreis, also zusätzlich zu meinem Normalu-Freundes Kreis.
00:00:28: Lustigerweise überschneiden die beiden sich wirklich nur minimal hier und da.
00:00:33: Beide Blasen sind mir gleichermaßen wichtig!
00:00:36: Jedoch habe ich schon seit einigen Jahren das Gefühl, unter Kingston viel vollständiger Ich selbst sein zu können als unter Vanillas.
00:00:45: Dabei ist es mitnichten so dass ich mit meinen Szenefreunden nur über aufregend versautes und perversionenspräche.
00:00:52: Nein gar nicht.
00:00:54: Meist geht es da genauso um die alltäglichen kleinen Dinge Freuden und Sorgen wie bei allen anderen auch Und so manche Gesprächsrunde auf einer BDSM-Party ist tatsächlich deutlich zahmer als jeder Familiengrillabend mit Onkel Uwe.
00:01:11: Aber man kann unter Gleichgesinnten über alles sprechen, wenn man will oder muss und das ist wirklich eine gute Sache nicht ein doch nicht unwichtigen Teil seiner Persönlichkeit auszublenden weil er das gegenüber irgendwo schockieren stressen oder verunsichern könnte.
00:01:30: klar Wenn mich jemand fragt antworte ich offen vielleicht nicht ganz so ausführlich wie ich könnte, aber ich verstecke mich auch nicht.
00:01:39: Ich kann sehr gut zu mir stehen und habe auch gar kein Problem damit zu erklären, wie und warum ich so leben möchte, wie ich es
00:01:45: tue.".
00:01:47: Womöglich geht es uns Kingston in puncto Sichtbarkeit?
00:01:51: Ein bisschen ähnlich wie homosexuellen Menschen beim Coming Out!
00:01:55: Es geht um dieses tiefe Bedürfnis einfach offenleben zu wollen, gepaart mit dem Wissen das definitiv jeder da draußen gut damit umgehen kann.
00:02:07: Manche Menschen wenden sich von einem ab, sobald sie Bescheid wissen – das ist okay!
00:02:12: Das ist deren Entscheidung und diese Leute brauche ich letztendlich sowieso nicht in meinem Leben.
00:02:18: Schade ist es manchmal natürlich trotzdem….
00:02:22: Und im beruflichen Umfeld haben Sexualität- und private Vorlieben meines Erachtens nach eh nichts verloren.
00:02:28: Da halte ich mich lieber
00:02:29: bedeckt.".
00:02:31: Wahrscheinlich ist es mit dem Kink dann doch gar nicht so anders als mit irgendeiner anderen intensiven Lebensweise, Weltanschauung oder sogar einem tiefgehenden Hobby.
00:02:43: So ein Thema wird dann irgendwann – wenn man tief genug eintaucht – zum festen Teil unserer Persönlichkeit und Identität.
00:02:51: Es gibt garantiert auch Modelleisen-Bahner oder Rassehundzüchter, deren eigene Definition nicht mehr vollständig von ihrer Leidenschaft zu trennen Und ich bin sicher, die fühlen sich im Eisenbahner-Treff oder kleint hier Züchterverein auch ganz anders gesehen als unter all den Nichtsahnenden in der Bürokaffeeküche.
00:03:11: Der Unterschied ist nur – wenn der Hühnerzüchter sich autit, erntet er vielleicht ein Schmunzeln oder einen Augenrollen!
00:03:17: Wenn wir uns outen, riskieren wir oft handfeste Vorurteile und manchmal sogar berufliche oder soziale Konsequenzen….
00:03:26: Die Fallhöhe ist eine völlig andere, weil es eben um intime Kernbereiche unseres Wesens geht und um gesellschaftliche Realität.
00:03:35: Und deswegen fühle ich mich unter gleichgesinnten entspannter, freier und offener – Ich weiß, ich werde bei Ihnen auch mit dem Teil meiner Persönlichkeit die Femdom ist wahr- und angenommen, geschätzt und integriert!
00:03:49: Und wenn mich Kings dann nicht mögen, dann mögen sie mich im Normalfall einfach so nicht.
00:03:53: Weil ich ihnen irgendwie gegen den Strich gehe und nicht aufgrund meiner sexuellen Identität – was ich zu schätzen weiß!
00:04:01: Mir ist bewusst dass es sehr vielen Menschen mit eher exotischen Neigungen verdammt schwer fallen kann sich zu öffnen und Kontakte zu knüpfen.
00:04:10: Die Scham- und die Selbstzweifel wiegen oft schwer und die Angst vor Ablehnung ist in unserer Gesellschaft ja leider auch nicht völlig unbegründet.
00:04:19: Aber genau deshalb lohnt sich der Mut.
00:04:21: Die Kinky-Community bietet für nahezu jeden eine sichere Nische, solange man selbst Toleranz-, Offenheit und Menschlichkeit mitbringt.
00:04:30: Natürlich ist auch die Szene kein fehlerfreies Utopia – auch hier menschelt es gewaltig und wir sind nicht automatisch immun gegen die Macken der Allgemeingesellschaft!
00:04:40: Aber wir haben ein ziemlich starkes Fundament das uns verbindet….
00:04:44: Wir wollen und müssen gemeinsam im Zeichen von Kommunikation Konsens und Respekt leben, damit dieser Schutzraum funktioniert.
00:04:53: Weder Verachtung noch Diskriminierung dürfen hier einen Platz haben wenn wir uns gegenseitig stützen wollen – egal wie und auf welche Weise wir unsere Erotik-und Sexualität leben möchten!
00:05:05: Und dieses gemeinsame Ideal ist ein enorm gutes sicheres Gefühl für das ich jederzeit aktiv schützend einstehen
00:05:12: werde.".
00:05:14: Das war der Artikel untergleichgesinnten von Commandress.de geschrieben und gesprochen von
00:05:20: mir.".
00:05:22: Wenn ihr Gedanken zu diesem Thema habt oder eure eigenen Erfahrungen mit dem Thema Gesellschaft & Kink teilen möchtet, lade ich euch herzlich ein den Blogbeitrag auf Commandress .de zu besuchen und einen Kommentar zu hinterlassen!
00:05:35: Ich bin gespannt auf eure Perspektive – bis zum nächsten Mal!
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