Sicher ist sicher?

Shownotes

Sicherheit wird im BDSM heute großgeschrieben – doch wie viel Sicherheit ist überhaupt möglich? Der Beitrag plädiert für ein gewisses Umdenken: Absolute Sicherheit im Kink ist eine Illusion. Weder Safewords, Verträge noch Ausweiskontrollen bieten Garantien, wenn die Praxis beginnt.

Die Kernbotschaft lautet: Absprachen sind ein erster Teil – das eigentliche Miteinander erfordert Präsenz, gesunden Menschenverstand und eine geschulte Menschenkenntnis. Statt bürokratischer Checklisten braucht es echtes, entschleunigtes Kennenlernen, das Achten auf reale Warnsignale (wie Drängeln oder Geheimniskrämerei) und vor allem die unbedingte Eigenverantwortung aller Beteiligten. Wenn Fehler passieren – und sie passieren –, hilft kein Vertrag, sondern nur Kommunikation auf Augenhöhe, ohne Scham und Schuldzuweisungen.

Transkript anzeigen

00:00:03: Das Thema Sicherheit wird im BDSM inzwischen großgeschrieben.

00:00:25: Das ist dann sich natürlich gut und absolut richtig, dennoch möchte ich an dieser Stelle ein von Herzenkommendes Aber anbieten!

00:00:34: Mir ist klar, dass alleine die Andeutung eines Arbors im Zusammenhang mit Sicherheit im King bei vielen die Nackenhaare aufstellen lässt.

00:00:44: Damit kann ich lieben!

00:00:45: Hört mich bitte trotzdem an….

00:00:48: Wer sich auf Sexualität und Erotik mit neuen Menschen einlässt, ist niemals vollkommen sicher.

00:00:55: Egal wie akribisch wir uns vorbereiten – es bleibt doch immer ein Restrisiko … Auf beiden Seiten.

00:01:02: Daran ändert weder ein Cover-Partner etwas, noch einen im BDSM sehr beliebter Vertrag.

00:01:10: Auch das Ausmachen eines Safewards ist schön gut und sinnvoll – kommt aber leider nicht mit der Garantie, dass es auch eingehalten wird!

00:01:20: Und genauso wenig kann ich mir als Femdom übrigens sicher sein, daß der Mann den Ich zum Spielen einlade beim dritten Treffen nicht doch versucht den Spieß gegen mein Willen umzudrehen….

00:01:31: Im Endeffekt sind wir letztendlich immer auf unsere Menschenkenntnis und unseren Verstand angewiesen, wenn es um das Thema Sicherheit geht.

00:01:40: Das muss uns bewusst sein!

00:01:42: Durch ständige Wiederholungen in Büchern, Foren, Podcasts und Social Media entsteht aber auf der einen Seite das Gefühl dass wir Kingster uns allesamt in ständiger enormer Gefahr bewegen – und gleichzeitig versuchen wir alles zu tun, um auch das allerletzte Fünkchen Restrisiko auszumerzen… Was weder funktioniert noch dazu beiträgt, dass unser Miteinander besser oder schöner wird.

00:02:07: Außerdem stehen wir damit andauernd mit einem Bein im lähmten Sumpf einer hypothetischen Opferrolle.

00:02:17: Dies soll jetzt keinesfalls ein Plädoyer für nonchalanten Kamikaze-Kink mit fremden werden – oder für Ignoranz!

00:02:25: Eher in Aufruf den gesunden Menschenverstand wieder etwas mehr zu bemühen….

00:02:30: Meistens haben wir doch alle ein recht gutes Gespür dafür, in welche Situationen wir uns mit wem begeben können.

00:02:36: Und wer das nachweislich nicht hat, dem hilft auch kein noch so gut abgesprochenes Safeword und keinen vor abgezeigter Personalausweis!

00:02:46: Und der ist auch sorry to say schnell selbst ein gewisses Risiko für andere.

00:02:53: Was uns aber sicher allen helfen kann, ist es, uns ernsthaft Zeit füreinanderzunehmen... für ein echtes Kennenlernen, für ergebnisoffene ehrliche Gespräche über Wünsche, Vorstellungen und persönlichen Grenzen oder gar Unfähigkeiten.

00:03:10: Man muss nicht beim zweiten Treffen in die vollen gehen und sich selbst oder dem Gegenüber irgendetwas beweisen aber man sollte sich eben auch nicht durch das Abarbeiten irgendeiner Maßnahmencheckliste in falscher Sicherheit wiegen.

00:03:24: Es gibt tatsächlich ziemlich gute Vorzeichen dafür, ob ein Gegenüber vernünftig und verantwortungsvoll mit uns umgehen möchte.

00:03:31: Man darf diese nur eben nicht herbeifantasieren oder ihr Fehlen wegignorieren – weil man gerade so horny ist!

00:03:38: Jemand der sich erkennbar Zeit nimmt ohne Forderungen zu stellen, ist schon mal ein guter Anfang.

00:03:45: Ebenso wie ein unverkrampftes Miteinander in der Öffentlichkeit.

00:03:49: Drängeln, Druck aufbauen, fordern….

00:03:51: Übermäßige Geheimnis-Kremerei und jegliche Überredungsversuche sind hingegen ziemlich deutliche Wahnsignale, dass man zum eigenen Wohle besser die Finger von jemandem lassen sollte.

00:04:03: Und wenn man sich so weit vertraut, das man sich auf verspielte Zweisamkeit einlassen möchte?

00:04:10: Dann ist es immer noch verdammt wichtig nicht das eigene Hirn auszuschalten!

00:04:14: Das gilt für Mann und Frau – für Devot und Dominant gleichermaßen.

00:04:20: Denn genauso wie ein Sub sich nicht zu hundert Prozent darauf verlassen kann, dass Dom das vereinbarte Self-Wort wahrnimmt und einhält, kann Dom sich nicht darauf verlassend das Sub des Self-World in der Situation wo es angebracht wäre auch tatsächlich sagen wird.

00:04:36: Nichts davon muss böse Absicht sein.

00:04:38: Fehler können passieren Missverständnisse entstehen Dann müssen wir selber denken und auf uns selbst hören Und uns zur Not sehr deutlich bemerkbar machen.

00:04:49: Wir können Fehler nicht vermeiden, indem wir vorher irgendetwas unterschreiben oder Szenarien bis ins kleinste Detail durchkauen und absprechen.

00:04:58: Die Lust- und die Spannung am Kinktöten können wir damit aber durchaus... Es ist also eine gewisse Gratwanderung!

00:05:06: Man kann es vielleicht mit dem Sport vergleichen – wer klettert oder boxt weiß um das Risiko.

00:05:12: Man will weder sich selber noch anderen schaden trifft sinnvolle Schutzmaßnahmen….

00:05:17: Aber die absolute Sicherheit gibt's nicht Und genau das macht die Wachsamkeit und den Fokus erst möglich.

00:05:24: Wer glaubt, dass Sicherungsseil entbinde ihn von der Pflicht jeden Griff selbst zu prüfen stürzt irgendwann ab.

00:05:32: Im King ist es genauso!

00:05:34: Die getroffenen Absprachen sind die Ausrüstung – aber das eigentliche Spiel erfordert permanente Präsenz und die Bereitschaft im Zweifel selbst die Reißleine zu ziehen.

00:05:45: Auch als aktive Femdom habe ich schon Spiele abgebrochen wenn mir etwas nicht geheuer

00:05:49: erschien.".

00:05:51: Oder wenn ich zum Beispiel das Gefühl hatte, der SAP überschreitet gerade aus welchen Gründen auch immer seine eigenen Grenzen.

00:05:58: Und ganz bestimmt habe ich dabei auch schon Fehler gemacht – habe zu früh abgebrochen oder Wahnsignale nicht direkt erkannt!

00:06:05: Das ist vollkommen okay und menschlich.

00:06:08: Ausschlaggebend ist nämlich vor allem dass es mir verdammt wichtig ist Sicherheit zu geben und selber einzufordern.

00:06:16: Darauf muss sich mein Gegenüber zu einhundert Prozent verlassen können… Und sollte ich da mal daneben liegen?

00:06:23: Sollte er in der Lage sein, mich das Wissen zu lassen.

00:06:28: Wenn ein Fehler passiert, sprechen wir miteinander – ohne Schuldzuweisung und ohne Scham!

00:06:34: Wir finden gemeinsam heraus warum es passiert ist und ziehen dann Konsequenzen.

00:06:39: Je intensiver das Spiel, desto wahrscheinlicher ist es dass auch mal irgendetwas schief geht.

00:06:44: Das ist einfach so.

00:06:46: Wie beim Sport tragen alle Beteiligten die Verantwortung für sich selbst Das Gegenüber, Unterspiel.

00:06:55: Es ist absolut okay etwas nicht zu wollen oder nicht zu können – das hat akzeptiert zu werden und zwar auf beiden Seiten immer!

00:07:05: Der Rest ist eine Frage der Verantwortung und des

00:07:09: Verstandes.".

00:07:15: Das war der Artikel Sicher Ist Sicher von Commandress.de geschrieben und gesprochen von mir.

00:07:24: Wenn ihr Gedanken zu diesem Thema habt oder eure eigenen Erfahrungen mit dem Thema Sicherheit im KING teilen möchtet, lade ich euch herzlich ein den Blogbeitrag auf Commandress.de zu besuchen und einen Kommentar zu hinterlassen!

00:07:38: Ich bin gespannt auf eure Perspektive – bis zum nächsten Mal!

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.