Das Wort „Sklave“: Klischee und Realität in BDSM & FLR
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00:00:02: Das Wort Sklave, Klischee und Realität in BDSM und FLR.
00:00:28: Kaum ein Wort ist in der BDSm- und FLr Szene so aufgeladen wie Sklave!
00:00:34: Für die einen ist es der Inbegriff völliger Hingabe, für andere ein Reizwort das sie am liebsten aus jeder Beschreibung streichen würden und wiederum die nächsten nutzen es einfach als eine Art sprachliches Sextoi ohne jegliche tiefere Bedeutung.
00:00:51: Ich merke immer wieder wie unterschiedlich und krass Menschen darauf reagieren und wie weit die Vorstellung davon oft von dem entfernt ist was in echten Dynamiken eigentlich passiert.
00:01:03: Die Fantasie hinter dem Wort.
00:01:05: Wer das Wort zum ersten Mal im BDSM-Kontext hört, etwa als TPE Sklave oder im Zusammenhang mit FLR denkt oft an ein bestimmtes Bild.
00:01:17: Bedingungslose Unterwerfung – keine eigene Meinung mehr!
00:01:20: Ein Mensch der nur noch existiert um zu dienen.
00:01:24: Abwertung und vollkommene Entrechtung Dieses Bild stammt selten aus echter Erfahrung.
00:01:31: Es stammte aus Pornografie aus oberflächlichen Fetisch-Darstellungen, aus Geschichten die auf Effekt statt auf Realität ausgelegt sind.
00:01:41: Es ist Kopfkino – eine Fantasie!
00:01:44: Und Fantasien dürfen und sollen existieren.
00:01:47: Nur werden sie manchmal mit gelebter Praxis verwechselt — und genau da beginnt das Missverständnis.
00:01:55: Wenn ich mit anderen Kingstons spreche, merke ich wie unterschiedlich der Begriff gehandhabt wird.
00:02:01: Manche lehnen das Wort komplett ab Und diese Haltung verdient einen genauen Blick.
00:02:07: Die historische Last des Begriffs Man kann das Wort Sklave nicht von seiner Geschichte trennen, außerhalb von BDSM und KING steht der Begriff für eines der dunkelsten Kapitel der Menschheit – für Rassismus, systematische Entmenschlichung, Ausbeutung, Gewalt und den gewaltsamen Enzug jeglicher Würde.
00:02:27: Dass dieses Wort bei vielen Menschen auch innerhalb der Kingszene unbehagen oder klare Ablehnung auslöst, ist daher kein Zeichen von Prüderie sondern eine verständliche Sichtweise.
00:02:40: Wer den Begriff heute im konsensualen Rahmen nutzt vollzieht damit auch immer einen bewussten Tabubuch.
00:02:47: und so wichtiger ist die Erkenntnis Im Kink wird ein historisches Unrecht nicht verharmlost, sondern die sprachliche Hülle entlehnt um einen Extremgefühl von absoluter Hingabe und Machtabgabe greifbar zu machen.
00:03:01: Wer diesen Unterschied nicht reflektiert läuft Gefahr den Begriff entwertend oder grenzüberschreitend zu verwenden.
00:03:09: Gerade deshalb hatte ich selbst große Schwierigkeiten mit diesem Begriff und habe auch lange überlegt ob ich das Wort auf meinem Blog überhaupt verwenden möchte.
00:03:19: Manche nutzen den Begriff hingegen bewusst als Rollenbezeichnung innerhalb eines klar abgesteckten Rahmens, oft nur in bestimmten Situation oder eine Art Kurzform für etwas das eigentlich viel komplexer ist.
00:03:35: Diese Bandbreite ist mir wichtig zu zeigen weil sie das Klischee am ehesten entzaubert!
00:03:41: Es gibt nicht die eine Bedeutung von Sklave im BDSM.
00:03:45: Es gibt so viele verschiedene Interpretationen wie Menschen, Sklave nutzen viele Kingston dagegen als bewusste Steigerung, ein möglichst umfänglich abhängiger unterworfener Submissiver der im King-Kontext seine Entscheidungsgewalt weitgehend abtritt.
00:04:26: Auch diese Form basiert selbstverständlich auf Konsens – sie soll einem Menschen dessen Devote Gefühle sehr tief gehen die Möglichkeit geben sich dieser Rolle intensiv hinzugeben und das eigene Bedürfnis nach Zugehörigkeit und Abhängigkeit sicher- und in gegenseitigem Einvernehmen zu leben.
00:04:48: Gerade in einer FLR, in der Führung und Verantwortung auf den gesamten Alltag durchziehen, benötigt diese Dynamik zwingend zwei starke Pole.
00:04:59: Der dominante Gegenpart muss enorm viel Führungsverantwortung übernehmen – und Entscheidungswillen mitbringen, damit eine solche Beziehung überhaupt funktionieren kann!
00:05:10: Denn wer Kontrolle in diesem Ausmaß abgibt, braucht klare Orientierung und eine Führung auf die er sich verlassen kann.
00:05:20: Was die BDSM-Variante vom ursprünglichen Begriff Sklave klar unterscheidet ist das was dahinter steht – Konsens, Kommunikation und deutlich definierte Grenzen.
00:05:33: Ein Mensch der sich als Sklave bezeichnet hat diese Rolle in der Regel bewusst gewählt!
00:05:40: ausgehandelt und kann sie auch jederzeit wieder verlassen.
00:05:43: Genau das unterscheidet echte TPE oder FLR-Praxis von einer reinen Fantasievorstellung.
00:05:51: Ohne diese Grundlage ist das Wort nichts als eine leere Hülle, ein Rollenspieletikett ohne echten Inhalt!
00:06:00: Sehr häufig bekomme ich über Plattformen wie den Joy Club Nachrichten von Wildfremden in denen jemand ankündigt der sei mein Sklave – ungefragt ohne dass wir jemals in Kontakt standen.
00:06:13: Das ist das genaue Gegenteil von dem, was der Begriff bedeuten sollte!
00:06:18: Eine Rolle die man sich selbst zuschreibt – ohne Gegenüber und ohne Konsens – ist keine Hingabe sondern eine reine Projektion.
00:06:28: Enorm unangenehm finde ich persönlich dabei die Reduzierung des Begriffs auf reine Dienstleistungen.
00:06:35: Beim unaufgeforderten Angebot eines Fußsklaven erlischt mein Interesse rapide und beim Lexklaven zieht sich bei mir alles zusammen.
00:06:46: Das hat nichts mit Beziehungsdynamik, Zugehörigkeit oder echter Devotion zu tun sondern ist eine reine Fetischanmache auf meine Kosten.
00:06:57: Ich selbst nutze das Wort nur in ganz bestimmten Zusammenhängen – nicht wahrlos.
00:07:05: Für mich persönlich transportiert es tatsächlich enorm viel von dem, was mir an echten Dynamiken wirklich wichtig ist.
00:07:13: Vertrauen, Kommunikation, Hingabe, Zugehörigkeit und ein unumstößliches Mindsein.
00:07:21: Andere in der Szene sehen das anders – und das ist völlig in Ordnung!
00:07:26: Am Ende zählt weniger des Wortes selbst als das, was zwei Menschen daraus gemeinsam machen und für sich interpretieren….
00:07:33: Aus meiner Sicht hat selbst ausgeprägtes Besitzdenken im konsensual gelebten Kink nichts mit menschlicher Abwertung zu tun, sondern kann die tiefste Form von gemeinsamen Vertrauen und Liebe sein.
00:07:51: Das war der Artikel des Wortes Sklaveklischee und Realität in BDSM & FLR geschrieben und gesprochen von mir.
00:08:00: Vielen Dank fürs Zuhören!
00:08:02: Alle Texte, Artikel und den Blog zum Podcast findest du jederzeit auf Commandress.de Und alle informativen Links natürlich in den Show-Notes Bis zum nächsten Mal.
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